Garantiebetrug - ein unterschätztes Delikt

 

Garantiebetrug verursacht weltweit Schäden in Milliardenhöhe. Schätzungen zufolge liegen die damit verbundenen Einnahmeverluste vieler Unternehmen bei jährlich bis zu fünf Prozent, Tendenz steigend. Da die Garantieansprüche heutzutage häufig über das Internet und Call Center abgewickelt werden, können Betrüger mit gestohlenen oder gefälschten Daten unrechtmäßig Garantieleistungen erschleichen.

In immer mehr Branchen werden Gewährleistungsansprüche innerhalb der Garantiezeit nicht persönlich beim Händler oder Anbieter, sondern über das Internet bzw. Call Center geltend gemacht. Diese Entwicklung erleichtert den Garantiebetrug erheblich und führt bei den Unternehmen inzwischen zu immer massiveren finanziellen Schäden.

 

Während es bis vor ein paar Jahren üblich war, Gewährleistungsansprüche innerhalb der Garantiezeit persönlich beim Händler oder Anbieter geltend zu machen, sind viele Branchen inzwischen dazu übergegangen, die Garantieleistungen über das Internet bzw. Call Center abzuwickeln. Experten weisen darauf hin, dass gewiefte Garantiebetrüger genau wissen, wie sich Schwachstellen in den Service-Prozessen rund um die Gewährleistungsansprüche ausnutzen lassen, ohne aufsehenerregende Spuren zu hinterlassen. Den betroffenen Unternehmen entstehen durch diesen Garantiebetrug massive finanzielle Schäden.


Jörn Weber, Kriminalhauptkommissar a. D. und Geschäftsführer der corma GmbH, die sich auf die Aufklärung von Betrugsdelikten spezialisiert hat, verweist auf die Schwierigkeit der Täterermittlung und rät Unternehmen, möglichst gründlich zu prüfen, inwieweit und ob sie von Garantiebetrug betroffen sind.

 

corma GmbH: Ermittlungen & Datenanalysen

 

Typische Muster für Garantiebetrug

 

Garantiebetrug erfolgt durch Vertriebs- oder Service-Partner genauso wie durch Endkunden, also Firmenkunden oder Endverbraucher. Bei einem Partner des Elektronik-Konzerns Toshiba erkannten Ermittler Auffälligkeiten in den Bearbeitungszeiten der Garantiedaten. Während alle anderen Partner einen durchschnittlichen ähnlichen Zeitraum zur Bearbeitung der deklarierten Gewährleistungsfälle benötigten, fiel bei etwa 60 Prozent der Toshiba-Bearbeitungen eine verhältnismäßig kurze Dauer von zwei Tagen auf. Letztendlich waren einige Mitarbeiter des Service-Centers in den Garantiebetrug verwickelt, sie hatten zahlreiche Endkunden und Ansprüche zu Garantiefällen frei erfunden.


Beim Garantiebetrug durch Endkunden sind andere typische Muster bekannt. So erlitt Cisco, Anbieter hochwertiger Netzwerk-Lösungen, einen Schaden in Millionenhöhe, weil ein Täter unter Einsatz gefälschter Namen und Adressen hunderte von Ersatzteilen bestellte, die er dann online weiterverkaufte. Der Betrüger nutzte besondere Garantieleistungen, durch die ein Kunde noch vor Rücksendung defekter Komponenten sofort Ersatzteile erhält. Wie so oft wurden dann auch im Fall Cisco nur wertlose bzw. gar keine Teile zurückgesendet.


Sekundäre Schäden übertreffen Primärschäden

 

Häufig übertreffen Folgeschäden derartiger Betrugsdelikte die ursprünglichen Schäden um ein Mehrfaches, etwa wenn erschwindelte Produkte über anonyme Internet-Plattformen weiterverkauft werden. Dies schadet nicht nur dem Absatz und der Preisgestaltung des betroffenen Anbieters, sondern auch seinem Image, denn die Zeche zahlt am Ende zwangsläufig der ehrliche Kunde.

 

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